Spätestens seit der Angelobung der schwarz-blauen Regierung ist die nationalistische und autoritäre Zuspitzung der Gesellschaft spürbare Realität geworden. Faschistische Gruppen wollen wieder Präsenz auf der Straße zeigen und ein rassistisch motivierter Diskurs im Mainstream sowie der kollektive Wunsch nach einer führenden Autorität gestalten derzeit die politische Landschaft. Der Umgang des Staates äußert sich durch massiven Eingriff in demokratische Rechte und immer neue menschenverachtende Scheinlösungen im Umgang mit Geflüchteten und anderen sozialen Randgruppen.

Genug Gründe also um wütend zu sein, genug Gründe um etwas tun zu wollen.
Mit dem Offenen Antifa Treffen Wien gibt es jetzt einen Anlaufpunkt für alle Personen, die sich als antifaschistisch, antisexistisch und antirassistisch verstehen und Kontakt zu politischer Organisierung fernab von Parteijugenden und NGOs knüpfen möchten. Hier werden Informationen zu Demos und Veranstaltungen geteilt und Möglichkeiten gegeben sich an laufenden Aktionen und Kampagnen antifaschistischer Gruppen direkt zu beteiligen oder diese selbst zu planen. Außerdem sollen praktische Tipps und Tricks für politische Arbeit geteilt und weitergegeben werden sowie inhaltliche Themen gemeinsam besprochen und diskutiert werden.

Es ist wichtig sich zu vernetzen und zu organisieren und das Offene Antifa Treffen Wien bietet dafür die Möglichkeit. Egal ob du erst beginnst dich für Politik zu interessieren oder bereits Erfahrungen gemacht hast,
komm jederzeit vorbei!

Jeden ERSTEN DIENSTAG im Monat ab 19 Uhr
im Ernst-Kirchweger-Haus (EKH), Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

Nächste Termine: 6. November 2018, 4. Dezember 2018

In der bulgarischen Hauptstadt Sofia findet der jährliche Naziaufmarsch zu Ehren des NS- Kollaborateurs Hristo Lukov statt. Auch im lettischen Riga wird jedes Jahr am 16. März ein Gedenkmarsch zur Ehrung der lettischen Waffen-SS durchgeführt. Im österreichischen Bleiburg/Pliberk versammelten sich jährlich zehntausend Menschen zum Gedenken an die kroatischen Faschisten der Ustaša. Und in Berlin bzw. Ingelheim bzw. Wunsiedel wird der Gedenkmarsch an den Nationalsozialisten Rudolf Hess abgehalten. Anfang Februar versammeln sich ebenfalls jährlich mehrere Tausend Nazis, aus ganz Europa in der ungarischen Hauptstadt Budapest zum “Tag der Ehre” um dort der Wehrmacht, Waffen-SS und ihren ungarischen Verbündeten zu gedenken.

Die Verherrlichung des Nationalsozialismus und seiner Verbündeten und die Relativierung und Leugnung der Shoa sind zentralen Themen der extremen Rechten nach 1945, nicht nur in Deutschland und Österreich. Besonders in einigen postsozialistischen Staaten Ost- und Südosteuropas haben sich seit den 1990er Jahren geschichtsrevisionistische und NS-verherrlichende Veranstaltungen etabliert, an denen sich Nazis aus ganz Europa beteiligen.

Die Kampagne “NS-Verherrlichung stoppen” hat sich zum Ziel gesetzt die geschichtsrevisionistischen Aufmärsche in Europa zu stoppen! Beim Antifa Café am 11.12. wollen wir euch die Kampagne vorstellen und im Folgenden tiefergehend auf das NS-verherrlichende Gedenken in Budapest – den sog. „Tag der Ehre“ – eingehen. Dafür begrüßen wir auch einen Genossen aus Budapest. Am 12.12 führen wir unsere kleine Tour außerdem weiter mit einem Vortrag in Graz, am 15.12 wiederum bei unseren Genoss:innen in Innsbruck. Weitere Termine folgen!

Während der Veranstaltung gibt es auch Getränke, außerdem Infomaterialien und Soli-Merch. Kommt nach Möglichkeit getestet. Das Antifa-Café findet monatlich statt. Organisiert wird es von der AG Antifa der Plattform Radikale Linke, dieses Mal mit dem Klub slovenskih študentk in študentov na Dunaju (KSŠŠD).

📣 Gespräch und Diskussion mit Personen, die jeweils im AKC Metelkova, in der Autonomen Fabrik Rog und in PLAC (Participatory Ljubljana Autonomous Zone) aktiv sind oder waren

Die Hausbesetzungen von Metelkova (1993), Rog (2006) und PLAC (2022) markieren drei Jahrzehnte des autonomen Kampfes um selbstorganisierte kulturelle und soziale Räume im Zentrum von Ljubljana. Während Metelkova immer noch ohne rechtlichen Status existiert, verstärkte sich die Gentrifizierung unter der rechten Regierung von Janez Janša und Bürgermeister Zoran Janković, der Rog inmitten einer Pandemie im Januar 2021 räumen ließ. Die Lösung und Bewältigung sozialer Kämpfe erfordert Räume zur Organisation. Deshalb besetzten Menschen aus verschiedenen Generationen und sozialen Bewegungen im September 2022 eine verlassene ehemalige Arbeiterkantine, um sich kollektiv zu organisieren und einen sozialen Raum für sich und die Nachbarschaft zu schaffen.

Wie sind diese verschiedenen Besetzungen und Kämpfe miteinander verbunden? Welche kollektiven Formen der gemeinschaftlichen Organisation können entstehen? Aus welchen Konflikten und Schwierigkeiten können wir lernen?
Dies sind nur einige Fragen, die wir mit unseren Freunden und Genossen aus Ljubljana diskutieren wollen.

💬 Der Vortrag wird in englischer und slowenischer Sprache mit deutscher Flüsterübersetzung gehalten.

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🏭 Metelkova, Rog, PLAC – antigentrifikacijski boji in avtonomni prostori v Ljubljani

🗓️ Sobota, 3. december

📍 KSŠŠD, Mondscheingasse 11, 1070 Wien

📣 Pogovor in diskusija z osebami, ki so ali so bile aktivne v AKC Metelkova, Avtonomni tovarni Rog in v PLAC-u (Participativna ljubljanska avtonomna cona)

Skvoti Metelkova (1993), Rog (2006) in PLAC (2022) zaznamujejo tri desetletja avtonomnih bojev za samoorganizirane kulturne in družbene prostore v središču Ljubljane. Medtem ko Metelkova še vedno obstaja brez kakršnegakoli pravnega statusa, je gentrifikacija cvetela pod desno vlado Janeza Janše in županovanjem Zorana Jankovića, zaradi katerega so Rog izselili sredi pandemije januarja 2021. Grajenje družbenih bojev zahteva prostore, v katerih se lahko skupnosti avtonomno organizirajo. Zato so ljudje iz različnih generacij in družbenih gibanj septembra 2022 ustanovili skvot v zapuščeni nekdanji delavski menzi, da bi skupaj zgradili družabni prostor zase in za sosesko.

Kako so ti različni skvoti in borbe povezani med seboj? Katere kolektivne oblike družbene organizacije lahko nastanejo? Iz katerih konfliktov in neuspehov se lahko učimo?
To je le nekaj vprašanj, ki jih želimo predebatirati z našimi tovariši iz Ljubljane.

💬 Pogovor bo potekal v angleškem in slovenskem jeziku z nemškim šepetanim prevodom.

Donnerstag I 24.11 I 19.00 Uhr I Kurdischer Verein, Jurekgasse 26, 1150

Seit vielen Jahren begleitet die Parole weltweit die Kämpfe kurdischer Aktivist:innen und versucht damit die bedeutende Rolle von FLINTAs in der Zurückdrängung patriarchaler und faschistischer Herrschaftsstrukturen hervorzuheben und die Notwendigkeit feministischer Ideen für den Aufbau einer neuen Gesellschaft zu unterstreichen. Spätestens seit der brutalen Ermordung von Jina Mahsa Amini durch die iranische Sittenpolizei ist sie auch zum Slogan der regimekritischen Protestbewegung im Iran sowie ihrer solidarischen Unterstützer:innen geworden. Auch in Afghanistan hat die beunruhigende Verschlechterung der Situation von FLINTAs seit der Machtübernahme der Taliban im August 2021 zu feministischen Protesten gegen Gewalt und den Fundamentalismus der Taliban geführt. Trotz massiver Gewalt, Angriffen und Repression sind die Mobilisierungen weder in den kurdischen Gebieten, noch im Iran oder Afghanistan zu einem Stillstand gekommen.

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt gegen FLINTAs wollen wir im Antifa Café einen Blick auf die aktuelle politische Situation in den unterschiedlichen Gebieten werfen. Gemeinsam mit drei Aktivist:innen, die in verschiedenen Solidaritätsbewegungen in Österreich aktiv sind, sollen zudem die Fragen diskutiert werden, wie der 25.11. in den jeweiligen Regionen begangen wird, welche Rolle feministische Kämpfe in den jeweiligen sozialen Protesten spielen, wie sich unterschiedliche Kämpfe verbinden lassen und welche Möglichkeiten es gibt, die Proteste von hier aus zu unterstützen.

Es diskutieren Rojin -sie ist Forscherin und Aktivistin in der Solidaritätsbewegung für die Proteste im Iran-, Maryam Haidari -wurde in Afghanistan geboren und beendete die Schule im Iran. Als Feministin, Aktivistin und Künstlerin hat sie sich in vielen Gruppen für eine Welt ohne Patriarchat eingesetzt- und eine Genossin von YXK-dem Verein für Studierende aus Kurdistan.

Während der Veranstaltung gibt es auch Getränke, außerdem Infomaterialien und Soli-Merch. Kommt nach Möglichkeit getestet. Das Antifa-Café findet monatlich statt. Organisiert wird es von der AG Antifa der Plattform Radikale Linke.

Im August 2021 veröffentlicht die Antisexistische Aktion München (asam) ein 40-seitiges Zine zu ‚Pick-Up-Artists’* und stößt so eine Debatte über die manipulativen Methoden und die frauenverachtende Ideologie der selbsternannten «Verführungskünstler» an.

Unter dem Motto «Pick-Up-Arschis aufs Maul» liefern die Referentinnen in einer Kombination aus Lesung und Vortrag Basics zum Thema «Pick-Up-Artists». Mit Beispielen aus der Münchner «Pick-Up»-Szene sollen die grenzüberschreitenden Strategien der «PUAs» aufgezeigt werden. Die Veranstaltung liefert zudem Antworten auf die Fragen, worum es sogenannten «Pick-Up-Artists» eigentlich geht, was die Szene ausmacht und warum sich nicht nur Feminist*innen mit der Problematik beschäftigen sollten. Im Anschluss ist Raum, um emanzipatorische Gegenstrategien zu diskutieren und sich bei einem Getränk gegenseitig auszutauschen.

Die Antisexistische Aktion München (asam) ist ein feministisches Kollektiv, dass sich schwerpunktmäßig mit den Aktivitäten selbst ernannter «Lebensschützer*innen» sowie antifeministischen und antiemanzipatorischen (Teil-)Bewegungen in München und Umgebung beschäftigt. Das Antifa Café -dieses Mal mit unseren Genoss*innen aus München und in Zusammenarbeit mit der AG Feministischer Streik- wird von der AG Antifa der Plattform Radikale Linke organisiert und findet monatlich statt.

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*Bei den selbst ernannten ‚Pick-up-Artists‘ handelt es sich um eine Community von Männern, die darauf abzielen, systematisch Frauen aufzureißen. In Onlineforen, Videos, Chatgruppen oder auch Seminaren tauschen sich Mitglieder der Bewegung über Strategien und Methoden der ‚Frauenverführung‘ aus. Sie machen sich dabei bewusst gesellschaftlich tief verankerte patriarchale Hierarchieverhältnisse zunutze, um weiblich gelesene Personen zu dominieren und gegen ihren Willen gefügig zu machen.

Kundgebung I 8.30 Uhr I Landesgericht für Strafsachen, Wickenburggasse 18-22

Kämpferische Anti-Repressions Demonstration I 18.00 Uhr I Stephansplatz

Seit August 2020 laufen Ermittlungen gegen mehrere Antifaschist:innen in Wien. Die betroffenen Antifaschist*innen wurden auf dem Weg nach Hause auf offener Straße zu Boden gerissen oder auf dem Weg zur Arbeit aus der U-Bahn gezerrt, in der Arbeit durch Beamt*innen abgeholt oder zu Hause besucht. Der Grund: einige Faschos sollen ein paar „Watschen“ kassiert haben. Diese Vorwürfe haben ausgereicht um enorme Repression gegen Antifaschist:innen auszulösen. 
Während Faschist:innen Waffenlager anlegen, sich in Telegramchats zu Umsturzfantasien vernetzen und einen aufgebrachten, nationalistischen Mob wöchentlich durch die Straßen Wiens führten oder auch zeitgleich zu den personell aufwändigen Observationen, ein Islamist einen terroristischen Anschlag vorbereiten und am 2. November 2020 mehrere Menschen im ersten Bezirk in Wien ermorden konnte, wurden Antifaschist:innen zum wiederholten Male ohne konkreten Tatverdacht observiert, verfolgt und staatlich drangsaliert. Wir werten dieses polizeiliche Vorgehen in seiner Gesamtheit als Angriff auf die antifaschistische Bewegung und als Versuch der Einschüchterung von Genoss:innen. Dieses Verfahren versucht Menschen, die sich antifaschistisch organisieren, abzuschrecken, indem ihnen und allen anderen politisch aktiven Menschen gezeigt wird, mit welch völlig unverhältnismäßiger Repression sie zu rechnen haben, wenn sie, aus welchen Gründen auch immer, ins Visier der Ermittlungsbehörden geraten.
Bei all der Scheiße, die passiert: Repression macht immer auch Solidarität konkret. Wir lassen unsere Genoss:innen auch vor Gericht nicht allein. Nach drei Verhandlungstermine erwarten wir jetzt am 20. Oktober endgültig ein Urteil. Am Verhandlungstag wird es wieder eine angemeldete Kundgebung ab 8.30 Uhr vor dem Landesgericht für Strafsachen geben, kommt vorbei und zeigt euch solidarisch. Am gleichen Abend gehen wir um 18.00 Uhr auf die Straße -wir treffen uns am Stephansplatz! Ganz egal wie die Urteile ausfallen werden, wir lassen uns nicht einschüchtern, wir wollen unsere Wut laut und kämpferisch auf die Straße tragen! Sollen sie sich an unserer Solidarität die Zähne ausbeißen! Fight Repression! Für die befreite Gesellschaft, nieder mit der Polizei, hoch den Feminismus! #antifa2020 #w2010